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ehem. Leuchtturm, heute Radiostation von Vaeroy

  Værøy/Røst

 

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Insel-Karte/-Infos  Værøy/Røst - Stand 06.05.06    

 

Die windigsten und vogelreichsten Inseln


Gerne würde ich jeder Insel einen eigenen Absatz gönnen, doch es wird meinen Roest und Vaeroy Kenntnissen dieser Inseln nicht ganz gerecht. Da ich bislang nicht in der Lage war auf den Insel zu übernachten, habe ich mich mit Kurztrips begnügt. Diese Kurztrips waren aber nicht weniger schön.

Es gibt einige wenige Schiffs-Verbindungen zu diesen Inseln, die einen Tagestrip zulassen. Ich bin also bei meinen letzten Besuchen wie folgt vorgegangen:

 

Abfahrt ab Moskenes mit der normalen Autofähre nach Bodø 

13:15 Uhr 

Ankunft in Værøy, aber auf dem Schiff bleiben 

15:00 Uhr 

Ankunft und Aussteigen in Røst 

17:00 Uhr 

Abfahrt ab Røst mit der normalen Autofähre nach Moskenes 

19:45 Uhr 

Ankunft in Varøy, aber auf dem Schiff bleiben 

22:00 Uhr 

Ankunft und Aussteigen in Moskenes 

23:45 Uhr 


Das ganze Unternehmen kostete damals 144,- NOK, d.h. rund 20,- Euro und war ein spitzenmäßiger Tag mit nur Sonne, zumindest so viel Zeit, dass man in Røst bis zur Kirche gehen konnte und eine wahnsinns Mitternachtssonne über dem Moskenestraumen erlebte - wer will mehr? 

Zuletzt, im Juni, war es etwas schwieriger, da der Fahrplan just zu diesem Zeitpunkt umstellte. Bis Ende Mai war es nicht möglich, einen Tagestrip zu machen.
Der Fahrplan endete am 1. Juni und ging weiter am 4. Juni. Nach langem Suchen fand ich dannKirche von Roest einen Fahrplan, der auch für den 3. Juni galt und dort war die Fähre nach Værøy enthalten. 
Nach intensivem und mehrmaligem Nachfragen in der Touristeninfo in Moskenes und bei den Mitarbeitern der Fähre wurde mir versichert, dass die Fähre tatsächlich fährt  -  und sie fuhr. 
Unser Mietwagen, den wir mitgenommen hatten, um Værøy in 4 Stunden zu erobern, war übrigens das einzige Auto auf der Fähre. 

Wenn man also die Inseln in einem oder zwei Tagen erleben will, sollte man sich unbedingt viel Zeit für das Studieren des Fahrplanes lassen, sonst hat man ungewollt plötzlich eine Woche Zeit auf den Inseln.

 

 

 

Vom Sturm verweht - Ein Italiener auf Røst

Im April des Jahres 1431 verließen der venezianische Kaufmann und Adelige Pietro Querini und seine Mannschaft die Insel Kreta mit dem Ziel Flandern. Im Ärmelkanal wurden sie von einem Unwetter überrascht und mußten sich auf zwei kleine Boote retten, die bald auseinandertrieben. Querini und seine Männer hatten anfangs noch Wasser und Wein zu trinken, doch bald litten sie unter Durst und Kälte. Als sie Anfang Januar 1432 schließlich auf der Insel Sandøya südlich von Røst landeten, waren nur noch elf der ursprünglich 68 Mann am Leben. Es war ein Wunder, daß nicht auch sie verhungert, verdurstet oder auf Felsklippen gestrandet waren.

Sandøya war eine unbewohnte Insel, die im Sommer als Weideplatz für das Vieh genutzt wurde. Nach einigen Tagen fanden die Schiffbrüchigen einen Stall, in dem sie unterkommen konnten. Sie ernährten sich von Schnee und Muscheln, einige Tage lang sogar von einem großen Fisch oder Wal, der an den Strand geschwemmt worden war. Nach mehreren Wochen wurden sie endlich gefunden und nach Røst gebracht. Mit Hilfe eines Priesters kam die Verständigung - auf Latein -zustande. Querini und seine Männer wurden auf verschiedene Røst-Familien aufgeteilt, bei denen sie drei Monate lang wohnten. Im Mai konnten sie sich auf einem Stockfischfrachter Richtung Bergen einschiffen und von Trondheim aus die Heimreise antreten. Nach seiner Rückkehr schrieb Querini einen höchst informativen und einzigartigen Reisebericht, der aufschlußreiche Einblicke in das Leben der Inselbewohner gewährt.

Auf Røst wohnten damals 120 Menschen, darunter 70 Kirchgänger (der Rest vermutlich Kinder), die jeden Sonntag die Messe besuchten und sehr fromm waren. Die Menschen waren reinlich, sahen gut aus, waren gastfrei und sehr freundlich. Sie hatten allerdings höchst befremdliche Sitten: Männer und Frauen zogen sich jeden Donnerstag im gleichen Raum nackt aus und gingen gemeinsam in die Sauna. Auch schienen sie sich voll und ganz auf einander verlassen zu können, denn sie ließen ihre Häuser unverschlossen, auch nachdem die Fremden eingezogen waren.

Die Häuser waren rund, aus Holz gebaut und hatten nur ein Loch im Dach, durch das der Rauch der Feuerstelle abzog. Wurde die Feuerstelle nicht gebraucht, deckte man die Öffnung im Winter mit durchsichtiger Fischhaut ab, die die Wärme im Raum hielt. Die Røstvaeringer trugen Kleider aus grobem englischen Wollstoff, den sie in Bergen kauften. In der Hauptsache lebten sie von Fisch, den sie trockneten und von dem sie im Mai größere Mengen nach Bergen brachten, um ihn dort gegen Korn, Wolle, Stoffe usw. einzutauschen.

Über den Stockfisch schreibt Querini: "Der Stockfisch wird in Sonne und Wind getrocknet und wird dabei so trocken wie Holz. Wenn man ihn essen will, muß man ihn mit einem Beil weichschlagen. Um des Geschmackes willen werden Butter und Kräuter hinzugefügt."

Korn bauten die Røstværinger nicht an, aber die meisten Familien besaßen vier bis sechs Kühe. Im Frühjahr sammelten sie Vogeleier und bereiteten daraus leckere Pfannkuchen.

Daß es in der Zeit von Januar bis Mai ununterbrochen geschneit haben soll, dürfte jedoch eine Fehlerinnerung des Italieners sein, denn Rost hat das mildeste Klima von ganz Norwegen. Die Wassertemperatur sinkt nie unter 4 °C, und auch im Winter liegt die Durchschnittstemperatur immer über dem Gefrierpunkt.
 

 

    Text von Claudia Banck

 

 

 

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