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Geschichten

  Geschichte und Geschichten rund um den Raftsund

 

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Raftsund-Geschichte(n) - Stand 01.10.10    

 

 Lauksund


LauksundIn der Nähe des Trollfjordes befindet sich, von der Straße gut sichtbar, eine kleine Häuseransammlung. Dabei handelt es sich um Lauksund, einen kleinen, heute verlassenen Handelsplatz, der Anfang des 20. Jh. eingerichtet wurde. 1982 wurde der Handelsplatz aufgegeben, der bis dahin auch Post-, Telegraf- und Telefondienst übernommen hatte.

Zu Zeiten, als das Boot noch als Hauptverkehrsmittel diente, war dieser Kramladen zentraler und belebter Punkt, mitten im Raftsund.

Lauksund

 

 Der Speer, der Olav den Heiligen tötete


Die Sage erzählt, dass der Speer, durch den Olaf den Heiligen   starb, im Raftsund geschmiedet wurde. Aber, wie kam es dazu?

Asbjørn Sigurdsson, der Sohn von Sigrid Skjalgsdottur, welche um das Jahr 1000 eine mächtige Frau in Trondenes war, reiste in den Süden Norwegens, um Getreide zu kaufen. Die Ernte im Norden war schlecht und so blieb ihm damals nichts anderes übrig. 

Tore Hund mit dem RaftsundspeerJedoch wurde ihm das Getreide von Tore Sel abgenommen, weil König Olav es wohl verboten hatte, dass Getreide in den Norden verkauft wird. Tore Sel  war damals Stellvertreter des Königs in Rogaland.
Im folgenden Jahr segelte Asbjørn Skjalgsdottur erneut in den Süden und tötete Tore Sel. Seit dem trug er den Namen Asbjørn "Sels Bane", was wohl soviel bedeutet wie: Asbjørn, der (Tore) Sel zum Schicksal wurde.

Dies wiederum bewegte den König, ihn töten zu lassen. So lauerten Gefolgsleute des Königs Asbjørn Selsbane dort auf, wo der Raftsund am Engsten ist, bei Trongstraumen bei Tengelfjord. Asbjørn war zum Markt in Vågan gesegelt und war nun auf der Rücktour durch den Raftsund. Als Karle und  Asmund, Gefolgsleute des Königs, das Schiff mit Asbjørn Selsbane kommen sahen sagte Karle zu Åsmund: "Da sitzt er, Selsbane im blauem Kleid". Und Åsmund antwortete: "Ich sollte daraus ein blutrotes Kleid machen". Dann warf Åsmund seinen Speer nach Asbjørn. Er traf ihn im Leib und der Speer ging durch ihn durch und blieb im Kopfholz des Schiffes stecken. Asbjørn, der am Steuer stand, sank tot zu Boden. Man schrieb das Jahr 1024 als Asbjørn im Raftsund starb.


Sigrid Skjalgsdottur, die mit Tore Hunds Bruder verheiratet war, sagte zum Schmied des Raftsundes: "Hier ist der Speer, durch den mein Sohn Asbjørn starb. Wenn du eine Heldentat vollbringen willst, dann bearbeite den Speer so mit deinen Händen, dass er in der Brust von Olav des Grossen (später der Heilige) stecken bleibt, wenn mein Sohn gerächt wird.

"

Im Jahr 1030 fand die Schlacht am Stiklestad statt. Im Bauernheer ging Tore Hund, der Schwager von  Sigrid Skjalgsdottur voran. Sigrid Skjalgsdottur hatte ihm aufgetragen, seinen Neffen, bzw. ihren Sohn am König zu rächen.
Im direkten Kampf der beiden Männer, schlug König Olav mit dem Schwert nach Tore Hund, aber sein Schwert war nicht gut genug. Dann stach Tore Hund den König mit dem Speer aus dem Raftsund in den Bauch. Olav der Heilige war 35 Jahre alt als er fiel und hatte an 20 großen Schlachten teilgenommen.

Soweit die Geschichte vom Speer aus dem Raftsund, der Olav dem Heiligen zum Verhängnis wurde.

 

 Kaiser Wilhelm II. im Raftsund - aus dem kaiserlichen Tagebuch


21.07.1889
Sonntag. Um 10 Uhr versammelten wir uns auf Vorderdeck. Über einen Kasten war die Kriegsflagge gedeckt, und der Kaiser nahm seinen Platz am Altar ein. Er hatte den Stern des Schwarzen Adler-Ordens angelegt, und seine Figur hob sich von dem großen preußischen Adler der zweiten Flagge ab, die den Mast umhüllte. In zwei Reihen standen die Matrosen und wir dem Altar gegenüber. Nach Verlesung des Evangeliums und der Epistel las der Kaiser eine kurze Predigt und schloß den Gottesdienst mit dem „Vaterunser" und dem Segen.

Kaiser Wilhelm II.
Kaiser Wilhelm II. auf dem Digermulkollen

Der Tag war hell und klar. Wir fuhren zwischen herrlichen Felseninseln hin, während der geliebte Kaiser in seiner schlichten, geraden Art uns Gottes Wort vortrug. Welcher deutsche Kaiser hat wohl je in solcher Form und Umgebung seines priesterlichen Amtes gewaltet? Es hatte etwas außerordentlich Bewegendes, diesen in Jugend und Frische strahlenden Herrn so schlicht und einfach seine  

Glaubensüberzeugung, seine Zugehörigkeit zum Christentum bekennen zu sehen. Ich mußte ihm aus tiefstem Herzen dafür danken, und es erfreute mich, in Waldersee die gleiche Stimmung, die mich bewegte, wiederzufinden.
Wir waren vormittags schon in den Raftsund zwischen den Lofoteninseln eingebogen und fuhren nun zwischen dem seltsam zerklüfteten Felseneiland hin. Zu Mittag lagen wir vor Anker in Digermulen. Um 3 Uhr begaben wir uns alle an das Ufer, um den Berg zu besteigen, von dem aus das Berliner Lofotenpanorama aufgenommen ist. Das Wetter war herrlich, fast stach die Sonne zu sehr. Das Tempo, das der Kaiser einschlug, war ziemlich scharf und der Weg stellenweise sehr schlecht. Erst nach zweistündigem Aufstieg langten wir auf der Höhe an, wo sich uns ein zauberhaft schöner Umblick eröffnete. Über lauter Klippen und Riffe sieht man jenseits des Meeres die Schneegebirge des Festlandes, und tiefe Fjorde schneiden in die gewaltigen Gletscher der Lofoten ein. Die Beleuchtung war herrlich. Die Wolken, die über den Berggipfeln lagen, hoben sich während unseres Aufstieges. Stellenweise führte der Weg über üppigstes grünes Wiesen- und Waldland.

 

Kaiserdenkmal

Auf der Höhe angelangt, lagerten wir, und der Kaiser richtete mit uns zur Erinnerung einen Steinhügel auf. Große Steinplatten wurden herbeigeschleppt und Moos und große Rasenstücke dazu. So entstand der ,,Steinmann", in den eine Urkunde in einer Flasche versenkt wurde. Auch verglichen wir die Photographien des Berliner Panoramas und stellten fest, daß die Maler die Landschaft möglichst korrekt wiedergegeben hatten. Nach einem Aufenthalt von einer Stunde traten wir den Rückweg an und erreichten um 7 Uhr wieder die „Hohenzollern". Unmittelbar daran schloß sich das Diner. Mit einiger Ermüdung hielten wir uns auf Deck auf, als die „Hohenzollern" sich um 10 Uhr wieder in Gang setzte.

Quelle: Kaiserliches Tagebuch, Fürst von Eulenburg

 

Hohenzollern

© Alle Bilder aus der Sammlung von Geir Svendsen

 

 Der Raftsundtroll


Raftsundtroll

Ja, es gibt ihn wirklich, den Raftsundtroll. Er sitzt auf seinem Trollpferd und reitet nach Südwesten.

Ob er so aussieht, wie ich ihn nachgezeichnet habe, oder ob er bei dir anders aussieht, dass überlasse ich mal der Phantasie. Bei mir ist es zumindest ein freundlicher Troll, der in der Nachosterwoche 2007 in den Raftsundbergen saß.

Solltest du ihn auch sehen, dann sende mir doch bitte mal ein Foto von ihm, wie er sich dir präsentiert hat.

 

Ach ja, wo er zu finden ist? Nicht weit von Tengelfjord Richtung Süden, gegenüber der Raftsundstaße.

 

 

 

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