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Trollfjord |
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Trollfjord - Stand 26.08.07 |
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In die Trollfjordberge führen mehrere Wanderwege und auf 405 m o.h. findet man die Trollfjordhytte, die Wanderhütte des Vesterålen Turlag mit ihren 6 Betten Und wer den Fjord nicht per Touristenschiff von Svolvær aus erleben möchte, aber auch nicht direkt eine Hurtigruten-Tour buchen will, sollte von Svolvær mit dem Bus nach Stockmarknes auf den Vesterålen fahren und von dort mit der Hurtigruten zurück bis Svolvær fahren. So erlebt man in ca. 6 Stunden nicht nur den Trollfjord auf einem dieser Expeditions-Kreuzfahrt-Postschiffe, sondern der gesamte Raftsund, ein Teil des Hadselfjordes und der Vestfjord wird durchfahren.
Und wie liest man im Reiseführer der Hurtigruten: "Näher an die norwegischen Trolle kann auch die Hurtigrute Sie nicht bringen. Sie können wirklich beruhigt sein - der Kapitän steuert uns sicher aus dem Fjord heraus. Er weiß, dass die Trolle noch mehr als tausend Jahre ihr Mittagsschläfchen halten werden, ehe sie erwachen und mit Steinen nach den Schiffen werfen." Wenn es die Witterung zulässt, d.h., dass die Hurtigrutenschiffe weder durch Stein- noch durch Schneelawinen gefährdet sind, fährt die südgehende Hurtigruten ab Frühjahr immer in den Trollfjord. Sollte die Witterung es nicht zulassen, wirft sie zumindest einen Blick in den Trollfjord.
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Die Schlacht im Trollfjord Im Trollfjord, einem 2 km langen und nur
etwa 100 m breiten Seitenfjord
des Raftsund, dessen steile
nackte Felswände fast
senkrecht ins Meer stürzen, fand im Jahre 1890 die berühmte
Schlacht zwischen den Küstenfischern mit ihren Ruderbooten und der
Besatzung der modernen Dampfschiffe statt,
die Johan Bojer in seinem Buch
Die Schlacht am Trollfjord war, historisch gesehen, der erste große Kampf zwischen kapitalkräftigen Unternehmern und armen Fischern um die Ressourcen des Meeres. Aber wie kam es eigentlich dazu? Den direkten Anstoß gab Öle Johann Kaarbø, ein umtriebiger, erfolgreicher Geschäftsmann, dem mehrere Dampfschiffe gehörten und der sein Geld u.a. mit dem Verkauf von Fischköder verdiente. Das war auch der Grund, warum er Ende Februar 1890 mit einem kleinen Dampfschiff im Raftsund unterwegs war. So erfuhr er als einer der ersten, dass sich große Mengen Fisch in dem von einer dicken Eisschicht bedeckten Trollfjord eingefunden hatten. Kaarbø versuchte auf Bitten einiger Fischer, die im eisfreien Teil des Fjordes fischten, das Eis mit seinem Dampfschiff aufzubrechen, was ihm aber nicht gelang. Daher machte er den Vorschlag, ein größeres Dampfboot als Eisbrecher zu holen, allerdings wollte er dafür von jedem der etwa 500 Fischerboote im Raftsund 1 Krone haben. Die Antwort war ein empörtes Nein. Eine Einigung kam nicht zustande. Die Gemüter erhitzten sich. Mit Zustimmung der Fischereiaufsicht beschloss nun Kaarbø, ein Sperrnetz quer über den Fjord, direkt an der Eiskante auszulegen. Diejenigen, die im abgesperrten Bereich fischen wollten, sollten ihm die Hälfte ihres Fanges abgeben, ein Vorschlag, in den einige der von den Fischern gewählten Vertreter einwilligten. Als dann aber unerwarteterweise ein gewaltiges Unwetter das Eis aufbrach, stürmten die Fischer mit etwa 600 Booten in den Fjord und begannen unter chaotischen Umständen, ihre Leinen auszulegen. Jetzt waren nur noch wenige bereit, einen Anteil abzugeben. Karrbø entschloss sich nun zu dem Schritt, der die Schlacht auslösen sollte: Mit vier Dampfbooten und zwei Netzbooten riegelte er den Fjord ab. Der Ausgang der nun folgenden Schlacht ist bekannt: Die Fischer erkämpften sich den freien Zugang. Vom 6. März bis Anfang April wurden im Trollfjord 1 Mio. Kabeljaue gefischt, ihr Wert wurde auf 240 000 Kronen veranschlagt.
Dies war aber nicht das Ende der Schlacht: Per Telegramm an das Innenministerium protestierten etwa 2000 Fischer gegen die Fjordabsperrung. Die in den nächsten drei Monaten im Storting folgenden Diskussionen um die Rechte der Fischer einerseits und die der kapitalkräftigen Dampfbootbesitzer andererseits, in denen es vor allem um die Verwendung der kapitalaufwendigen Senknetze ging, waren heftig, die Argumente in vieler Hinsicht bis heute aktuell: Die um 1880 neueingeführten Senknetze nämlich waren um ein vielfaches effektiver als die normalen Fangleinen und Stellnetze. Sie wurden ins Meer gesenkt, unter dem Fischschwarm auseinandergezogen und prall gefüllt, oben wieder zusammengezogen. Die einfachen Lofotfischer aber konnten sich diese Netze nicht leisten. Ein Nordländer etwa argumentierte im Parlament: »Die Fischer wissen, dass das Senknetz im Verhältnis zu den anderen die Gerätschaft des Kapitals ist. Wenn das Senknetz erst in Gebrauch kommt, werden viele jetzt noch selbständige, tüchtige Lofotfischer zu Dienern des Großkapitals erniedrigt werden.« Ein Oberlehrer aus Tromsø resümierte den Zorn der Fischer: »... Die Fischer fühlen sich klein und armselig gegenüber dem großen und mächtigen Kapital.« 1893 wurde die Fischerei mit Senknetzen u.a. als Folge der Schlacht im Trollfjord verboten. In diesem Zusammenhang sei auch aus dem 1913 in Leipzig erschienenen Nordland-Buch von Karl Lausberg zitiert: »Die wenigen Dampfschiffe, die jetzt in Benutzung sind, werden von den Bootfischern mit scheelen Augen angesehen, und die norwegische Regierung hat... Maßnahmen treffen müssen, um die kleinen Fischer gegen den Wettbewerb der modern eingerichteten Fischereifahrzeuge zu schützen. Sicherlich werden aber die einfachen und weltfernen Nordlandfischer nicht mehr lange gegen die neuzeitlichen Errungenschaften ankämpfen können.« |
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Auch heute ist die Schlacht um den Trollfjord noch nicht beendet, wenn auch auf einem anderen Gebiet. Geographisch liegt der Trollfjord in den Bergen Austvågøys, wodurch die Lofotinger ihn zu einem ihrer landschaftlichen Highlights zählen. Verwaltungsmäßig liegt der Trollfjord allerdings in der Kommune Hadsel, die wiederum zu den Vesterålen zählt und somit die Vesteråler den Trollfjord zu einem ihrer landschaftlichen Highlights zählen.
Welche der beiden Inselgruppen den Trollfjord letztendlich als den "Seinigen" beanspruchen kann, wird wohl noch länger für Diskussionsstoff sorgen - ich will mich mal lieber da raushalten ;-)
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