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Kanufahrer und Hurtigruten im Trollfjord

  Reisebericht von Hanns Tinnemeier

 

graue Linie

Reiseberichte   von Hans Tinnemeier - Stand 22.04.07    

 

eMail für Rückfragen: hans.tinnemeier@web.de 

(Auszug aus seinem Norwegen-Reisebericht)

Mit dem Bus von Skibotn – Setermoen – Bjerkvik – Sortland – Stokmarknes nach Svolvaer

- 428 km mit dem Bus

- 70 km mit dem Postschiff von Stokmarknes nach Svolvaer

Das Frühstück um 06:00 Uhr findet zwar etwas zeitig statt, aber die Reiseleitung hat zusammen mit unserem Driver diese Zeit für angemessen angesehen, um das Postschiff der Hurtigrute, das uns um 15:30 Uhr ab Stokmarknes auf den Vesterålen mitnehmen will, auch rechtzeitig erreichen zu können.

Wir befinden uns im Fylker „Troms“. Von der E 6 zweigt die E 8 in Nordkjosbotn nach Tromsø, der mit 55.000 Einwohnern größten Stadt nördlich des Polarkreises, ab. Da hier die Eismeerfischer ihre Schiffe ausrüsten und auch Arktisexpeditionen hier starten, wird Tromsø auch „Pforte zum Eismeer“ genannt.

Bei Bjerkvik kommen wir an den Ofotfjord, an dessen Ufer gegenüber die Stadt Narvik liegt. Wir machen hier eine Pause und genießen den herrlichen Blick über den Fjord. Die Stadt ist bekannt durch die Verschiffung der Eisenerze (eisfreier Hafen) aus der größten Eisenerzgrube der Welt im schwedischen Kiruna. 1902 wurde die 168 km lange Bahnlinie zum Transport des Erzes von Kiruna nach Narvik in Betrieb genommen. Hier ist die schmalste Stelle von Norwegen. Sie misst ganze 6,5 km zwischen der schwedischen Grenze und dem Meer im Westen. Nördlich von Narvik, das im letzten Weltkrieg stark umkämpft war, beginnt der Fylker „Nordland“.

Ab Bjerkvik befinden wir uns auf der E 10, die in westliche Richtung auf die Vesterålen und Lofoten führt. Der Hauptort der Nordvesterålen, Harstad, auf der größten norwegischen Insel „Hinnøya“, bleibt nördlich unserer Route liegen.

Wir nähern uns Sortland auf der Insel „Langøya“. Eine hohe Brücke überspannt den Sortlandsund. Der Ort Sortland mit 4000 Einwohnern hat als einziger Vesterålen-Ort städtischen Charakter und kann als das eigentliche Verwaltungs-, Verkehrs- undHurtigruten faehrt in den Trollfjord Dienstleistungszentrum der Vesterålen bezeichnet werden. In Stokmarknes auf der Insel Hadseløya, das wir gegen 14:30 Uhr erreichen, heißt es für die Buspassagiere als Schiffspassagiere auf das Hurtigrutenschiff „MS Mitnatsol“ umzusteigen. Nach kurzer Wartezeit macht das Schiff im Hafen fest und wir starten die 3-stündige Fahrt nach Svolvær auf den Lofoten, während unser Busfahrer alleingelassen mit seinem Bus von Melbu nach Fiskebøl übersetzt (eine Straßenverbindung auf die Lofoten ist in der Planung).

Diese Fahrt bei schönem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen durch den engen Raftsund veranlasst fast alle Gäste an Deck zu sein und die herrliche Gegend mit den Bergen mitten im Meer zu genießen. Ein besonderes Erlebnis ist die Fahrt des Postschiffes in den noch engeren Trollfjord, in dem gewendet wird und wir als „Landratten“ den Eindruck haben, dass die nahen Felswände nicht genügend Raum für dieses Manöver bieten. 

Am Hafen von Svolvaer steht unser Busfahrer um 18:30 Uhr schon als Empfangschef am Kai und zeigt uns den Weg zum Rica Hotel.

In diesem Hotel bleibt die Gruppe zwei Nächte, wir lassen es uns am Büffet gutschmecken.

 

Mit dem Bus von Svolvaer – Henningsvaer – Borg – Digermulen - Svolvaer

- 269 km mit dem Bus

Pünktlich um 09:00 Uhr stehen zwei Norweger als Guide und Driver auf dem Parkplatz des Hotels. Unser Busfahrer Erwin hat heute seinen Ruhetag, der schon vor Beginn der Reise eingeplant wurde. Der Reiseleiter macht Vorschläge für den heutigen Tagesausflug über die Inselwelt der Lofoten.

Die Route führt uns zunächst auf der E 10 Richtung „A“ (letzter Ort / Ende der E 10 an der Südspitze der Insel Moskenesøy). Bei Kabelvåg sehen wir die „Lofot-Kathedrale“ auf einer Anhöhe stehen.

Bei Rörvik zweigen wir die Straße 816 nach Süden ab, so erreichen wir nach 7 km Henningsvaer. Der Fischerort, auch das „Venedig des Nordens“ genannt und auf mehrere Rica-Hotel in SvolværInseln verteilt, bietet mit seinen dicht aneinander gedrängten Häusern, Fischerhütten, Booten und gewaltigen Bergen faszinierende Fotomotive. Wir machen einen Spaziergang durch den Ort und sehen auch die vielen Trockengestelle, auf denen der arktische Kabeljau / Dorsch getrocknet wird. Die Gestelle sind bis auf kleine Rest jedoch leergeräumt, da die Fische nach dem Ausnehmen und paarweisen Aufhängen nur eine bestimmte Zeit benötigen, um knochentrocken zu werden. Über 90% der besten Güteklasse werden nach Italien verschickt, wo der Stockfisch bis heute u.a. als Fastenspeise beliebt ist.

Die E 10 führt mitten durch Vestvagøys weite Landschaft, in der grasende Kühe und verstreut liegende Bauernhöfe das Bild bestimmen. Vestvagøy ist eine der größten Landwirtschaftsgemeinden Nordnorwegens. Ein Fotostopp lässt uns das Gesehene mit dem Grün der Weiden, dem hellen Blau des Wassers und den dunklen Bergen im Hintergrund  auf dem Film festhalten.

Ziel unseres Besuches in Borg ist das Lofotr-Wikingermuseum, bei dem unsere Gruppe angemeldet ist. Mit einem Führer gehen wir in den 83 m langen Häuptlingshof, der unmittelbar neben der eigentlichen Ausgrabungsstätte nahe der Kirche rekonstruiert wurde. Er beherbergt einen Großteil der vor Ort gefundenen Gegenstände. Im Wohnbereich werden wie zu Zeiten der Wikinger Leder und Wollstoffe hergestellt. Im Versammlungsraum ist nach der Führung für uns ein Imbiß vorbereitet, der aus einer schmackhaften Lamm-Gemüsesuppe mit Sauerrahm aus einem großen Suppenkessel über dem offenen Feuer, Fladenbrot und aus einem Glas Honigwein besteht. Die Suppe schmeckt uns ausgezeichnet.

Während der weiteren Tour erhalten wir vom norwegischen Reiseleiter interessante Informationen über die Lofoten. Wir steuern die „Kaiserroute“ an, die von Fiskebøl nach Hanøy über die neue Raftsundbrücke zur Südspitze der Insel Hinnøya bis zum Ort Digermulen verläuft. Eine herrliche Gegend hier am Raftsund entlang. Bei unserer Kaffeepause sehen wir Delphine, die sich im Wasser tummeln. Der kleine Ort Digermulen (Wohnort des norw. Reiseführers   Geir Svendsen) war als Tor zu den Naturschönheiten Raftsund und Trollfjord gegen Ende des 19. Jh. ein beliebtes Touristenziel, das u.a. der deutsche Kaiser Wilhelm II. mehrmals aufsuchte. Das erste Mal ankerte die kaiserliche Flottille 1889 vor Digermulen. Zum Andenken wurden auf dem Gipfel des vom Kaiser bestiegenen Digermulkollen Gedenksteine errichtet.

Nach einer schönen Tagestour, die vom Busfahrer und Geir um 1 ½ Stunden gegenüber der ursprünglichen Planung verlängert wird, kehren wir in das Rica Hotel zurück.

 

Abschied von den Lofoten

Die Abfahrt vom Rica Hotel in Svolvaer ist für 8:00 Uhr eingeplant. Nach einem guten Frühstück besichtigt ein Teil der Gäste die „Fischerstube“ von Erwin, unserem Busfahrer. Was zunächst als ein Gag im Hotelprospekt angesehen worden war, bewahrheitet sich tatsächlich! Im Fußboden des rustikal vertäfelten Zimmers ist ein Loch, das mit einem Stopfen (ähnlich einem Milchkannendeckel) verschlossen ist. Da das Hotelgebäude auf Stelzen im Wasser steht (Rorbuer), kann der Gast (in diesem Falle unser Erwin) durch das Loch angeln. Die Angelschnur mit entsprechenden Blinkern liegt daneben im Regal. Ob Erwin während unserer Abwesenheit versucht hat Fische zu fangen, hat er nicht verraten. Aus dem Gästebuch, welches auf dem Tisch liegt, sind interessante Erlebnisse zu entnehmen.

Wir sind pünktlich am Fährschiff, welches jedoch mit Verspätung den Hafen von Svolvær verlässt. Während der Fahrt über den Vestfjord, die rund zwei Stunden dauert, halten sich die meisten Mitreisenden in den geschlossenen Räumen des Schiffes auf. An geschützten Stellen hat der Aufenthalt auf dem Deck an frischer Luft auch seine Reize. Bei dieser Fahrt durch den Vestfjord erkennt man, wieviel große und kleine Inseln den Lofoten und dem Festland vorgelagert sind. Die erfahrene Besatzung findet den sicheren Weg durch dieses Labyrinth  

 

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